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PORSCHE • ERSATZTEILE
MOTORSPORT • FAHRZEUGE
WERKSTATT • RESTAURATION

Bis Ende 1984 habe ich den Wagen durchgehend gefahren, was der Karosserie nicht gut bekommen ist. Dann habe ich ihn bis Ende 1989 fünfmal im Winter abgemeldet. Von Dezember 1989 bis Juli 1993 wurde die Karosserie aufwendig restauriert, u. a. wurden alle Kotflügel und beide Türen erneuert.

Die ersten Probleme mit dem Motor traten Ende 1983 bei ca. 340.000 km auf, er klingelte beim Beschleunigen im unteren und mittleren Drehzahlbereich, was am Verteiler lag. Nachdem dieser erneuert war, lief der Motor wieder einwandfrei bis zum ersten Abgastest im Sommer 1985. Danach schien sein Ende zu nahen. Er hatte ein Loch in der Beschleunigung und lief unrund. Im Herbst 1985 wurden die Vergaser eingestellt und die Kompression elektronisch gemessen. Dabei fiel die Kompression auf der linken Seite beim Abschalten eines der beiden Zylinder nicht ab, was auf eine Brücke zwischen dem ersten und zweiten Zylinder, evtl. einen Riß im Zylinderkopf, schließen ließ. Daraufhin kaufte ich bei einem Clubmitglied vom 914 Deutschlandclub einen Ersatzmotor, der überholt werden mußte (Entfernen einer Schraube aus einem Zylinder und Erneuern der Kolbenringe). Unmittelbar vor dem beabsichtigten Motortausch ließ ich die Kompression bei knapp 384.000 km auf herkömmliche Weise prüfen, Ergebnis siehe Bild 1: (fehlt)

Trotz der ungünstigen Werte habe ich den Motor nicht ausgewechselt und bin nach der Winterpause ohne Eingriff damit weitergefahren. Das Fahrverhalten besserte sich, und nach Vollendung der zehnten Erdumrundung bei 400.000 km am 11.09.1986 ergaben Kompressionsmessungen bei heißem (Bild 2)  (fehlt) und kaltem Motor (Bild 3)   (fehlt) Idealwerte.

Vermutlich waren Ablagerungen auf den Ventilsitzen für die Mucken im Vorjahr verantwortlich.

Die Schnapszahl mit der 4 im Oktober 1989 und die Vollendung der halben Million km am 10.10.1994 wurden mit einer der Laufleistung angemessenen Fahrweise absolviert. Dann gab es wieder Probleme im Fahrverhalten. Eine Kompressionsmessung bei ca. 526.000 km im Juli 1995 ergab einen sehr schlechten Wert beim ersten Zylinder (Bild 4). (fehlt)

Weitere 30.000 km bis zur nächsten Traummarke erschienen unerreichbar. Zum Glück schlug mir mein Mechaniker vor, beim Ersatzmotor, der nun eingebaut werden sollte und der 1995 mit neuen Ventilen und -sitzen für bleifreien Kraftstoff versehen worden war, noch die Pleuellager zu erneuern, was ca. 2 Monate dauerte. Während dieser Zeit hat der Wagen ca. 3 Wochen gestanden, in der übrigen Zeit habe ich ca. 5000 km zurückgelegt. Für die letzte Fahrt (zur Werkstatt in Solingen) gab ich mir viel Mühe mit dem Schriftzug.

Das Kompressionskärtchen vom September 1995 bei 531.000 km sollte das endgültige Ende dokumentieren.

Es sah jedoch mal wieder anders aus als erwartet.

Nach anfänglicher Ratlosigkeit beschloß ich noch mal, weiterzufahren.

Am 07.04.1997 erreichte ich die absolute Traummarke von 555.555 km. Am 18.04.1997 fuhr ich nach Osnabrück. Nach Verlassen der Autobahn bei ca. 558.000 km bemerkte ich ein blasendes bzw., zischendes Geräusch, das sich allmählich verstärkte. Eine Überprüfung in der Werkstatt ergab nun wirklich einen Riß im linken Zylinderkopf. Der Schriftzug wurde in aktualisierter Form erneut angebracht, und am 16.06.1997 wurde der Marathon-Motor mit der Nr. AN 008832 beim Stand von 563.467 km ausgetauscht.

Das Kompressionskärtchen im Bild 8 dokumentiert den endgültigen Endzustand.

Das dürfte ein Weltrekord für luftgekühlte Ottomotore sein, ebenso die Tatsache, daß ich mit meinen drei VW-Porsche Fahrzeugen bis heute mehr als 760.000 km zurückgelegt habe.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß zweimal bei Inspektionen Hülsen in die Ventilführungen eingebaut worden sind. Die km-Stände habe ich nicht festgehalten. In der Winterpause 1986/87 wurde der Motor wegen Ölverlustes am Ölkühler und an den Stößeln neu abgedichtet. Das waren die einzigen "Eingriffe" in den Motor. Ich habe den Motor nie übermäßig pfleglich behandelt. Ölwechsel habe ich alle ca. 8000 km mit dem billigsten Öl, was ich bekommen konnte, gemacht. Jedoch setzte ich dem Öl stets 2%, ab 1983 4% Wynn´s Friction Proofing zu, auf das ich seit ca. 1966 schwöre. Der Ölverbrauch lag lange bei ca. einem Liter auf 4000 km. Ab der zweiten Hälfte von 1985 stieg er stark an auf ca. einen Liter je 1500 km und steigerte sich in den letzten Jahren auf ca. einen Liter je 800 - 1000 km.

Als Porsche bekanntgab, daß man nur bei jeder vierten Tankfüllung beim 1800er Motor verbleites Super zu tanken braucht, folgte ich dieser Empfehlung. Als der Motor die 500.000 km-Marke überschritt, setzte ich kein Wynn´s mehr zu, tankte nur noch Super Plus und machte keine Ölwechsel mehr, sondern füllte nur noch nach. Die Ventile ließ ich alle 10.000 bis 12.000 km einstellen.

Von verschiedenen Seiten wurde ich immer wieder dazu ermuntert, mal VW, die Redaktion des Guinnessbuches der Rekorde, Motor Klassik und Auto Bild über die außergewöhnliche Leistung meines Motors zu informieren.

Am 07.12.1983 schrieb ich bei 342.000 km an VW. Zu der Antwort teilte man mir mit, daß man nicht zuständig sei und meinen Brief an Porsche weitergeleitet habe, was man schusseligerweise nicht getan hatte. Mein Originalbrief nebst Anschreiben an Porsche lag der obigen Antwort bei. Am 26.12.1983 schrieb ich einen gleichlautenden Brief an Porsche. Mit Antwort vom 02.01.1984 gratulierte mir Porsche und wünschte mir weiterhin gute und sorgenfreie Fahrt. Identisches wiederholte sich bei meinen Briefen vom 12.09.1986 bei 400.000 km mit Antwort vom 26.09.1986 und vom 23.10.1996 bei 553.000 km mit Antwort vom 05.11.1996.

An Guinness schrieb ich am 23.06.1984 bei knapp 352.000 km. In der Antwort vom 01.11.1984 teilte man mir mit, daß ein solcher Rekord "zu speziell" sei. Mein Brief an Motor Klassik vom 09.09.1995 bei 531.000 km blieb bis heute unbeantwortet.

Interessant war auch mein Kontakt mit "Auto Bild". Auf meinen Brief vom 13.10.1996 schickte man am 05.11.1996 einen Fotografen zu mir nach Hause, der einen ganzen Film vollknipste. Mein Auto sollte im Jahresrückblick Ende 1996 erscheinen. Die Fotos wollte man mir zur Verfügung stellen. Es geschah jedoch nichts, auch von den Fotos habe ich bis heute nichts gesehen. Manchmal sollte man mit dem Briefporto sparsamer umgehen!

Udo Schneider

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